CLUBHOUSE – Believe the Hype

CLUBHOUSE ist mehr als das digitale SOHO House

Es ist gefühlt DIE Plattform der Stunde und im Zeitgeist von DISTANT SOCIALIZING

Man fühlt sich im Clubhouse wirklich wohl. Es bedient das Bedürfnis nach direktem, authentischen Austausch in Zeiten des Rückzugs und Kontaktarmut. Eine reine Audio-to play App, die call-in Sendung, Podcast mit Podiumsdiskussion und Messe mit Marketing vereint füllt da mehr als eine Lücke.

Und wieder zeigt sich: Über Stimme lässt sich wirklich viel transportieren – aber v.a. Allen Dingen in unser visuell hoch optimierten Bildertierwelt die blosse Stimme im Ohr v.a. Drei Dinge überträgt: Authentizität, Sympathie, Verbindlichkeit

Ich can hear you – also seh´ich wer Du bist. Zuviel Sichtbarkeit für trolls und bots?

In Echtzeit findet sich der eigene TRIBE ganz selbstverständlich in öffentlich oder auch privaten Räumen zusammen.

Viel Community-Sinn und der direkte unverfälschte Kontakt über die eigene Stimme lässt bis jetzt in den meisten Räumen Trolls oder Hassredner stumm bleiben.

Nichtsdestotrotz gibt es aber auch regen und inspirierenden Kontakt mit Menschen ausserhalb der eigenen Erlebens- oder Meinungsbubble – aber der findet immer angenehm und ziviliert statt.

HIGHLY ADDICTIVE – das Live-Konzept von CLUBHOUSE sorgt für derbe FOMO

Die App hat ein echtes Suchtpotenzial: bei einem Angebot von hyper-interessantem Inhalten und unverfälschten Get-Together-Diskussionen, die aber nur “live” passieren, will man nichts verpassen (klassischer Fall von fear of missing out.

Allerdings – Clubhouse ist eigentlich keine “geklaute Bildschirmzeit”, wie endlose scrollen durch Feeds oder Reels. Dadurch, dass man auch nur entspannt lauschen kann, kann man sich nebenbei leicht anderen Dingen widmen (home office/ schooling/making anyone?) und wenn man mag sich kurzfristig einbringen ( Das hat was von unkomplizierter Call-in Sendung aus dem Radio, nur ohne Hemmschwelle und Warteschleife)

FOR YOUR EARS ONLY – feiner Content und positive vibes bei neuen Kontakten

Ich durfte in meinen ersten zwei Tagen wirklich gehaltvollen, informativen und angenehmen Konversationen hören– Konversationen, die sich so in leider schon lange nicht mehr lesen lassen. Viel toller Content und ganz konkrete Fragen wurden direkt und ungefiltert von True Experts beantwortet – schöner kann es beim Workshop nicht passieren.

Natürlich nutzen viele ihre on Stage Zeit um sich auch vorzustellen (eigentlich ausdrücklich erwünscht), für sich oder sein Produkt/ Dienstleistung zu werben – aber das passiert in der Regel so unaufdringlich, dass man eher dankbar für einen neuen interessanten Kontakt mehr ist, als sich plump “beworben” fühlt.

Wie auf jeder Messe oder , verläuft man sich auch im Clubhouse mal gerne kurz in eine Raum, der eher einer “Kaffeefahrtveranstaltung” erinnert– aus dem kann man sich aber schnell klamm und heimlich über den “Leave quietly” Button verlassen. Ein kleiner Spontanplausch mit dem ein oder andere Prominente, Politiker, Influencer oder Branchenmogul macht diese Erfahrungen schnell wieder wett und ist das Sahnehäubchen.

Don ´t rely on the comfort zone – CLUBHOUSE wird gerade von Mitgliedern nicht unreflektiert gesehen

Bei aller Euphorie: Datenschutz, reduzierte Anmeldemöglichkeit, künstliche Verknappung als billige Marketingstrategie (Anmerkung: die Macher begründen sie v.a. Mit dem noch nicht vollständigen Roll-Out, mangelnder Kapazitäten und bitten um Geduld) und die Gefahren von einer so brandneuen relativ unkontrollierten Plattform mit all den negativen Erfahrungen jüngster Zeit auf Facebook, Twitch, Telegram und Co. – das war natürlich auch in vielen vielen Räumen “Talk of the club” – wir dürfen gespannt bleiben, im Clubhouse ist schliesslich die Farbe an den Wänden quasi noch feucht, wir werden sehen, wohin die Reise hingeht.

Ich HÖRE mir das sehr gern noch eine Weile an

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